Private Telefonsexnummern - Titelbild

Vorsicht bei privaten Telefonsexnummern

Seit es kommerziellen Telefonsex gibt, versuchen Betrüger mit vermeintlich privaten Telefonsexnummern die Unachtsamkeit und Gutgläubigkeit mancher Internetuser auszunutzen. Es wird für angeblich privaten Telefonsex über normal aussehende Handynummern und Festnetznummern geworben. Um den Anschein der Authentizität zu verstärken, nutzen die Betreiber dieser falschen Privatnummern keine offiziellen Websites wie wir, sondern veröffentlichen online Kontaktanzeigen auf verschiedenen Marktplätzen wie beispielsweise markt.de.

Natürlich finden sich dort auch Anzeigen für privaten Telefonsex über 0900 Nummern und mit vorgeschriebener Tarifangabe. Diese Angebote meinen wir explizit nicht. Ob sie tatsächlich so privat sind wie behauptet oder nicht doch ein Callcenter dahintersteckt, lässt sich von außen nicht überprüfen. Es spielt allerdings auch keine große Rolle. Telefonerotik ist zwar keine Prostitution, hat mit dieser jedoch gemeinsam, dass es um Fantasien und Illusionen geht. Wer ins Bordell geht, nimmt nicht allen Ernstes an, dass seine Sexpartnerin nur für ihn da wäre – sie muss es ihn nur während der gemeinsamen Zeit glaubhaft empfinden lassen. Bei Telefonsex ist es dasselbe. Selbst wenn eine einzelne Frau über eine Kontaktanzeige im Internet wirklich privaten Telefonsex mit sich und nur mit sich über eine kostenpflichtige Hotline anbietet, dann ist dieser Sex am Telefon nicht privat in dem Sinne, wie er es zwischen einem Liebespärchen ist. Es ist genauso Fantasie und Illusion, bloß am Telefon. Diese Dame will genauso Geld verdienen mit ihrer erotischen Dienstleistung wie ein Prostituierte. Ihr Job ist es dann eben, einem Anrufer das Gefühl zu vermitteln, er wäre der einzige Mann auf der Welt, mit dem sie Telesex hat. Gegen solche Angebote haben wir nichts einzuwenden, denn beide Seiten spielen weitestgehend mit offenen Karten und kennen die Regeln des Spiels.

99 Cent Telefonsex - erstes Bild

Was wir mit Betrug meinen, das sind scheinbar private Telefonsexnummern in Form ganz normaler Handynummern und Orstrufnummern. Im Gegensatz zu den gerade beschriebenen Kontaktanzeigen finden sich für diese Telefonnummern keine Tarifangaben. Rechtlich gesehen ist das auch nicht notwendig, denn jeder kann sie in der Tarifübersicht seines Telefonanbieters nachschlagen. Wenn der angebotene Telefonsex tatsächlich privat (im Sinne von kostenlos) wäre, gäbe es kein Problem. Denkt man indes scharf darüber nach, ergeben sich schnell erhebliche Zweifel, warum irgendeine Frau kostenlosen Telesex im Internet anbieten sollte. Frauen (selbst die nicht hübschen) haben in der Regel überhaupt keine Probleme, relativ rasch Sexpartner zu finden. Und zwar in der Realität. Was sollte eine Frau also veranlassen, eine private Telefonnummer im Internet zu veröffentlichen und darüber kostenlosen Telefonsex mit einer Horde fremder Männer anzubieten? Welchen Grund könnte es geben? Sexsucht? Könnte sie wie gesagt ohne Probleme im realen Leben befriedigen. Die Antwort ist, es gibt keinen triftigen Grund. Ganz im Gegenteil, es gibt etliche Gründe dagegen.

Würde die Anzeige nur halbwegs oft gefunden, könnte die Frau sich darauf einstellen, dass ihr Telefon nicht mehr zu klingeln aufhört. Das würde schnell in eine Art Telefonterror ausarten, denn sexuell unbefriedigte Männer gibt es in Deutschland genug. Reicht man diesen den kleinen Finger, greifen sie den ganzen Arm. Hinzu kommt, dass sie bei der Angabe einer Handynummer mehr als bloß Anrufe erhalten würde – SMS, Fotos, Videos kämen mit Sicherheit auch. Und zwar am laufenden Band. Selbst wenn es also eine Frau in Deutschland gäbe, die im privaten Umfeld niemanden für Telefonerotik fände oder es unbedingt mit wildfremden Männern am Telefon treiben wollte, wäre sie nicht gut beraten, eine private Telefonnummer zu veröffentlichen. Sie käme schlicht durch die Masse an Anrufen – und im Falle einer Handynummer auch durch Textnachrichten, Bilder und Videodateien – überhaupt nicht dazu, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Es wären schlicht zu viele Anrufer.

Zugegeben, dasselbe Problem hat eine einzelne Frau mit einer 0900 Sexhotline genauso. Weswegen wir stark in Zweifel ziehen, dass dieser private Telefonsex so privat ist wie behauptet. Unserer Meinung nach steckt in den meisten Fällen sehr wohl ein Callcenter dahinter. Es wird lediglich durch technische Tricks vorgegaukelt, eine Dame würde sehnsuchtsvoll zu Hause neben dem Handy sitzen und auf einen Anruf warten. Beweisen können wir es nicht, es erscheint allerdings wahrscheinlicher, als dass eine Frau allein sich einer Masse an Anrufern aussetzt. Mit solchen Kontaktanzeigen wollen wir uns indes in diesem Artikel wie gesagt nicht eingehender beschäftigen. Wir wollten diesen Aspekt bloß am Rande erwähnen.

Handy Telefonsex live - erstes Bild

Zurück zu den vordergründig privaten Telefonsexnummern. Diese sehen aus wie normale Handynummern und Ortsnummern und sind es. Der Anruf solcher Nummern selbst kostet dementsprechend auch nur die übliche Gebühr. So weit kein Problem. Das kommt jetzt und es gibt zwei große Maschen, wobei die zweite deutlich verbreiteter, weil lukrativer für die Betrüger ist.

In der ersten Variante geht tatsächlich eine Frau ans Telefon. Sie bietet ein kurzes Kennenlerngespräch, damit der Anrufer anbeißt. Recht schnell verlangt sie jedoch die Überweisung oder postalische Zusendung eines bestimmten Geldbetrags. Lässt sich ein Anrufer darauf ein, stellt er meist mit großer Verwunderung fest, dass die Telefonnummer nach einigen Tagen nicht mehr erreichbar ist. Offenbar sind zu diesem Zeitpunkt genügend Männer darauf reingefallen und haben Geld überwiesen oder geschickt. Der Betrüger nimmt nun eine neue Handynummer oder Festnetznummer und schaltet eine weitere Kontaktanzeige unter einem neuen Namen, wahrscheinlich auch für eine neue Stadt. Auf diese Weise dreht er mit seiner Komplizin eine virtuelle Tour quer durch Deutschland. Fazit hier: Wenn privater Telefonsex als kostenlos oder zumindest ohne explizite Nennung von Gebühren beworben wird, auf keinen Fall Geld überweisen oder zuschicken.

Allerdings schützt dieser Tipp nicht vor Masche Nummer zwei: Hat ein Anrufer die „private Telefonsexnummer“ gewählt, geht keine Frau ans Telefon. Entweder der Anruf wird sofort automatisch beendet oder der Anrufer hört eine automatische Ansage. Im besten aller Fälle kann er sich erotische Storys anhören. Das ist indes die Ausnahme. Meist endet der Anruf sofort oder es kommt eine kurze Ansage und er wird unmittelbar danach beendet. Was indes auf jeden Fall kommt, ist eine Rechnung per Post. Meist über einen Betrag zwischen 50 und 100 Euro. Absender ist irgendeine dubiose Firma. In der Rechnung steht, man habe kostenpflichtig eine telefonerotische Serviceleistung in Anspruch genommen. Bezahle man nicht sofort, werde die Angelegenheit an ein Inkassobüro oder gleich an einen Anwalt weitergeleitet. Tatsächlich passierst das in den allermeisten Fällen und man wird in immer kürzeren Abständen mit immer bedrohlicher wirkenden Mahnungen bombardiert und geradezu genötigt.

99 Cent Telefonsex - zweites Bild

Diese zweite Masche des Betrugs mit privaten Telefonsexnummern ist überaus beliebt, denn sie ist lukrativ und bedeutet verhältnismäßig wenig Aufwand. Die meisten Anrufer haben die Rufnummernübermittlung aktiviert. Darüber können die Betrüger den Anschlussinhaber ausfindig machen – inklusive Adresse. An diese geht die Rechnung. Das lässt sich alles automatisieren. Weil in der Rechnung explizit von Telefonsex die Rede ist und viele Anrufer liiert sind und Familie haben, bezahlen sie. Was sind schon 50 bis 100 Euro gegenüber dem Eingeständnis, einen Seitensprung über Telesex probiert zu haben! Letzteres kann eine ganze Existenz schwer beschädigen oder ganz zerstören, wohingegen das andere nur ein zwar ärgerlicher, aber für die meisten doch verschmerzbarer Geldbetrag ist. Geld ist eben weniger wichtig als ein intaktes Familienleben. Darauf setzen diese Betrüger. Mit jedem neuen Mahnschreiben und ggf. mit unangekündigten Anrufen erhöht sich nämlich das Risiko drastisch, dass die Lebensgefährtin Wind bekommt von diesem unheilvollen Anruf. Das Geschäftsmodell ist tatsächlich Nötigung oder sogar schon implizite Erpressung.

Das Dilemma steckt nun darin, dass man allein anhand der Telefonnummer nicht sagen kann, was sich dahinter verbirgt. Welche Masche die Betrüger nutzen und ob es Betrug ist oder tatsächlich die zwar äußerst unwahrscheinliche, aber dennoch nicht gänzlich unmögliche Ausnahme einer einzelnen Frau, die wirklich privaten Telefonsex ohne monetäre Gegenleistung anbietet.

Gerade weil es sich vorher nicht sagen lässt und weil alle Erfahrungen und die Wahrscheinlichkeit auf einen Betrugsversuch hinweisen, raten wir entschieden davon ab, vermeintlich private Telefonsexnummern in Gestalt normaler Handynummern und Ortsnummern anzurufen. Wer seriöse Telefonerotik anbietet, nutzt wie wir eine der verschiedenen Mehrwertnummern, weil sie sowohl für Anbieter wie Anrufer deutliche Vorteile insbesondere für die Abrechnung und Transparenz bieten.

Handy Telefonsex live - zweites Bild

Die Tarifangabe befindet sich entweder in direkter Nähe der Sexhotline oder über einen Sternchenverweis an anderer Stelle auf derselben Webseite. Außerdem gibt es Hinweise zum angebotenen Service. Telefonsex kann unterschiedlich sein und ein Anrufer sollte vorher über Art, Umfang und mögliche Inhalte aufgeklärt werden. Nichts schafft so sehr Vertrauen wie Transparenz.